12,2-cm-Ring, verbotener Klicker, erlaubtes Zusatzgewicht: die wichtigsten Barebow-Regeln von World Archery bis NFAA – und wo sie sich unterscheiden.
„Barebow ist doch einfach: kein Visier, fertig — oder?" Fast. Die Grundidee stimmt, aber die Details unterscheiden sich je nach Verband, und genau die entscheiden darüber, ob deine Ausrüstung bei einem Turnier durchgewunken oder aussortiert wird. Der zentrale Test bei World Archery: Dein ungespannter Bogen muss komplett durch einen Ring mit 12,2 Zentimeter Innendurchmesser passen [1] — nichts, was nicht durchpasst, ist erlaubt.
Verboten sind explizit Visier, Stabilisator, Klicker und Kisser-Button [1][2]. World Archery hat dabei sogar Grundsatzurteile gefällt: Sowohl ein mechanischer Auszugs-Check als auch ein „psychologischer" Auslöse-Trigger widersprechen dem Sinn der Regel [2] — der Verband achtet also nicht nur auf Bauteile, sondern auf die Absicht dahinter.
Erlaubt ist dagegen ein festes Zusatzgewicht am unteren Riser-Ende — solange es „kurz und dick" statt „lang und dünn" ist [3]. Der Grund: Ein langer, dünner Stab würde wie ein Stabilisator wirken und Schwingungen dämpfen, das ist explizit verboten. Auch die Pfeilauflage muss fix und nicht verstellbar sein [1] — ein weiterer klarer Unterschied zu Recurve, wo verstellbare Click-Rests Standard sind.
Wichtig zu wissen: Diese Regeln gelten nicht überall gleich streng. World Archery, der US-Feldbogenverband NFAA und der internationale Feldbogenverband IFAA haben eigene Regelwerke mit teils eigenen Klassen und Grenzwerten — was bei einem Verband durchgeht, kann bei einem anderen schon ein Disqualifikationsgrund sein.
Der Bogen muss ungespannt vollständig durch den Ring passen [1]. Kein Bauteil darf herausragen — das ist der einfachste Weg, deine Ausrüstung selbst vor dem Turnier zu prüfen, bevor der Ausrichter es tut.
„Kurz und dick" statt „lang und dünn" [3] — Beispiel: ein 4-Unzen-Gewicht mit rund 4,5 cm Durchmesser ist zulässig, ein dünner 30-cm-Stab mit demselben Gewicht wäre ein verkappter Stabilisator und verboten.
World Archery erlaubt für Barebow nur Recurve-Riser mit Wurfarmen. NFAA dagegen trennt in zwei eigene Klassen: Barebow Recurve und Barebow Compound [4] — bei letzterer ist ein Compoundbogen ohne jedes Ziel-Hilfsmittel zugelassen, mit eigenen Grenzwerten wie maximal 80 Pfund Zuggewicht und 300 fps Pfeilgeschwindigkeit [4]. Klär vor dem ersten Turnier, welche Klasse dein Verband anbietet — sonst stehst du mit dem falschen Bogen in der falschen Startgruppe.
Beide Ankermethoden — String Walking und Face Walking — sind bei World Archery in Feld- und 3D-Wettkämpfen ausdrücklich erlaubt [5]. Das gibt dir taktische Freiheit, die viele Neulinge gar nicht kennen.
Barebow ist keine Nischen-Randgruppe mehr: Beim Lancaster Archery Classic starteten 2020 bereits 185 Männer und 60 Frauen getrennt in Barebow [6], beim NFAA Vegas Shoot wuchs die Klasse von unter 100 auf über 200 Teilnehmer in nur zwei Jahren [6]. Meld dich für Turniere früh an, sonst ist die Klasse schon voll.
Regelkonformität ist auch ein Sicherheitsthema: Ein Zusatzgewicht, das nicht fest sitzt, kann sich beim Schuss lösen. Prüf vor jedem Turnier den festen Sitz aller erlaubten Anbauteile — Pfeilauflage, Plunger, Gewicht — und lass die Ausrüstung im Zweifel vom Ausrichter kontrollieren, bevor du auf die Linie trittst.
Frag beim Turnier-Check-in aktiv nach der genauen Regelversion, nach der geschossen wird — WA-Feldregeln unterscheiden sich leicht von nationalen Verbandsregeln, gerade bei Zusatzgewicht und Rest. Zwei Minuten Nachfragen ersparen dir eine böse Überraschung beim Equipment-Check.
Der ungespannte Bogen muss komplett durch einen Ring mit 12,2 cm Innendurchmesser passen [1]. Besorg dir vor dem ersten Turnier einen entsprechenden Ring oder eine Schablone und teste jedes neue Anbauteil selbst, bevor du es fest montierst.
Barebow Recurve nutzt einen klassischen Riser mit Wurfarmen, Barebow Compound einen Compoundbogen — beide ohne jedes Zielhilfsmittel. Bei NFAA sind das zwei getrennte Klassen mit eigenen Grenzwerten, etwa maximal 80 Pfund und 300 fps bei Barebow Compound [4].
Ja, aber nur „kurz und dick", nicht „lang und dünn" [3]. Ein kompaktes Gewicht am unteren Riser-Ende gleicht die Balance aus; ein langer, dünner Stab würde wie ein verbotener Stabilisator wirken.
In Feld- und 3D-Wettkämpfen von World Archery ja, ausdrücklich [5]. Prüf trotzdem vor jedem Turnier die lokale Regelversion, da einzelne nationale Verbände eigene Zusätze haben können.
Ja, unbedingt. Die Klasse ist in den letzten Jahren so stark gewachsen, dass beliebte Turniere wie der NFAA Vegas Shoot bereits Wochen vorher ausgebucht sein können [6]. Frühzeitige Anmeldung sichert dir nicht nur den Startplatz, sondern oft auch eine bessere Startzeit.