Bremsen im Auslauf: Die Bremse kommt erst nach der Ziellinie

Der Bremser bringt den Bob nach der Ziellinie zum Stehen. Was die IBSF-Regeln zur Bremse sagen und warum der Auslauf kein Spaziergang ist und Training braucht.

Sportart: Bob · Level: Fortgeschritten

Einleitung

Nach der Ziellinie ist das Rennen für die Zeit vorbei, für die Sicherheit aber nicht. Die ehrliche Antwort auf „Was macht der Bremser jetzt?": Er bringt den Bob zum Stehen. Die klinische Fachliteratur beschreibt das so: Der Anschieber hinten im Bob gilt als Bremser und ist dafür verantwortlich, die Trägheit des Schlittens auf der Bahn abzubremsen, sobald die Ziellinie überfahren ist [2].

Die Bremse ist im Regelwerk der IBSF genau beschrieben. Jeder Bob muss ein funktionierendes Bremssystem haben [1]. Erlaubt ist nur die Harken-Bremse; sie wird mit zwei getrennt betätigten Griffen bedient, die im Viererbob links und rechts vom Bremser liegen [1]. Die Griffe müssen im Zweierbob mindestens 220 mm, im Viererbob mindestens 350 mm lang sein, die Zähne der Harke müssen das Eis mindestens 50 mm unterhalb der Standfläche der Kufen erreichen [1]. Die Konstruktion muss so sein, dass die Bremse auch bei Bedienung mit einem Griff und voller Besatzung keine bleibenden Verformungen bekommt [1].

Das Entscheidende für dich: Der Auslauf ist kein Spaziergang. Eine Auswertung am Whistler Sliding Centre über vier Jahre und mehr als 43.200 Läufe fand, dass häufigere und schwerere Verletzungen an den unteren Streckenabschnitten auftraten, also dort, wo die Geschwindigkeit hoch ist [3].

Wer in der Zielgeraden schon locker lässt, hat die Fahrt noch nicht beendet.

Was du brauchst

Eingangs-Kriterien (Praxis-Standard):

Schritt für Schritt

1. Die Bremse kennen

Die Bremse ist eine Harke mit Zähnen, die das Eis greifen [1]. Sie wird mit beiden Griffen betätigt. Die Bauvorschrift stellt sicher, dass sie auch mit einem Griff nicht dauerhaft verformt wird [1].

Meilenstein: Du erklärst, wie die Bremse aufgebaut ist und wo die Griffe liegen.

2. Den Moment kennen

Die Bremse wird erst nach der Ziellinie betätigt [2]. Vorher zu bremsen würde die Zeit verderben und die Fahrt stören. Wann genau du loslegst, sagt der Trainer am Boden in der Übung und der Pilot im Bob. Der Hintergrund: Der Pilot steuert noch bis zur Ziellinie und braucht einen Bob, der sich nicht anders verhält als geplant. Die Mannschaft stimmt sich vorher ab, wer das Signal gibt. (Praxis)

Meilenstein: Du bremst im Training erst auf Ansage.

3. Mit Gefühl statt Gewalt

Eine harte Bremsung kann den Bob drehen oder den Piloten stören. Wie viel Kraft du wann einsetzt, ist Technik, die du mit Trainer lernst. Die Regelwerke nennen dafür keine Zahlen. Auch die Fachliteratur gibt keine Bremswege oder Verzögerungswerte an. Wer dir eine Zahl nennt, schätzt: Frag, woher sie stammt.

Meilenstein: Du bremst in einer Übung gleichmäßig, ohne dass der Bob ausschert.

4. Zusammenbleiben

Sollte der Bob nach einem Sturz stehen bleiben, gilt: Die ganze Mannschaft muss gemeinsam mit dem Schlitten die Ziellinie überqueren; bleibt der Schlitten vorher stehen, ist die Mannschaft disqualifiziert [1]. Die Hilfe von Dritten ist nicht erlaubt [1]. Das ist ein Regelfall, kein Aufruf zum Weiterfahren bei Gefahr: Gehe nie ein Risiko ein, nur weil es die Regel sagt.

Meilenstein: Du kennst die Regel und weißt, dass Sicherheit vorgeht.

5. Nach dem Stopp

Im Auslauf bleibst du ruhig sitzen, bis der Bob steht und der Trainer oder die Bahnleitung das Zeichen gibt. Beim Aussteigen aus dem Bob achtest du auf Hände, Bremse und Gelände. (Praxis) Das Betreten der Bahn während eines Laufs ist nach den IBSF-Regeln absolut verboten [1]; bleib also im Auslauf-Bereich, bis die Bahnleitung freigibt.

Meilenstein: Du steigst erst auf Ansage aus.

Häufige Fehler

Sicherheitshinweise

Pro-Tipp

Trainiere den Griffwechsel der Bremse im Trockenmodell oder am Boden mit Trainer: Hand auf die richtigen Griffe, ohne hinzuschauen. Die Bremse bedient man im Sitzen mit Handschuhen, das ist wenig Raum. Das ist Praxis, keine Studienaussage. Lege außerdem fest, welche Hand zuerst zugreift, wenn nur ein Griff erreichbar ist: Die Bremse muss laut Regel auch mit einem Griff funktionieren [1].

FAQ

Wann bremst der Bremser?

Nach dem Überfahren der Ziellinie [2].

Wie ist die Bremse aufgebaut?

Eine Harken-Bremse mit zwei getrennt betätigten Griffen, im Viererbob links und rechts vom Bremser [1].

Muss der Bob im Ziel stehen?

Nein, aber er muss die Ziellinie mit der Mannschaft passieren. Bleibt er vorher stehen, ist die Mannschaft disqualifiziert [1].

Wo passieren die meisten Verletzungen?

Eine Whistler-Auswertung fand häufigere und schwerere Verletzungen an den unteren Streckenabschnitten [3].

Kann ich das Bremsen ohne Bob üben?

Nur am Boden im Trockenmodell mit Trainer. Das echte Bremsen lernst du auf der Bahn.

Schritt für Schritt

  1. Bremse kennen: Harkenbremse mit zwei getrennten Griffen; im Viererbob links und rechts vom Bremser.
  2. Moment kennen: Bremsen erst nach der Ziellinie und auf Ansage.
  3. Dosieren: Mit Gefühl bremsen, damit der Bob nicht ausschert.
  4. Zusammenbleiben: Nach einem Sturz muss die Mannschaft mit dem Schlitten ins Ziel; Sicherheit geht vor.
  5. Nach dem Stopp: Sitzen bleiben, bis der Bob steht und das Zeichen kommt.

Key Takeaways

Nächster Guide

Sturzverhalten im Bob: im Schlitten bleiben und die Regeln kennen — [object Object]

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