Von V17-Bouldern bis zu 5.15d-Routen: Wie Taktik, mentale Ausdauer und saubere Technik schwere Projekte knackbar machen.
Wer schwere Routen oder Boulder durchsteigen will, stößt schnell an scheinbar unüberwindbare Barrieren. Oft wirkt es, als fehle schlicht die rohe Kraft. Ein Blick auf aktuelle Durchstiege der Weltklasse zeigt jedoch ein differenzierteres Bild: Physische Maximalkraft ist nur die Eintrittskarte. Die eigentliche Lösung anspruchsvoller Züge liegt fast immer im Zusammenspiel aus akribischer Bewegungsanalyse, mentaler Standhaftigkeit und präziser Ausführung.
Die Berichte über jüngste Höchstleistungen verdeutlichen, wie langwierig und mental fordernd Spitzenrouten sind. Laut dem Klettermagazin Gripped brauchte Sean Bailey für die Erstbegehung von „Duality of Man“ (vorgeschlagen mit 5.15d) in Arizona vier Jahre und drei Klettersaisons. Bailey erklärte, er habe ein völlig neues Maß an Geduld lernen müssen, da er pro Tag oft nur ein kurzes Zeitfenster von ein bis zwei Stunden im Schatten nutzen konnte. Die Route verlangt extrem harte Boulderzüge an einer steilen Wand, die lediglich durch einen unbequemen Rastpunkt unterbrochen werden.
Dass Ausdauer im Kopf auch bei extremen Bouldern entscheidend ist, zeigen andere Beispiele. Elias Iagnemma investierte laut Gripped 211 Sessions in den italienischen Boulder „Exodia“, den Adam Ondra nach einer Wiederholung mit dem Grad V17 bewertete. Beim Boulder „Alphane“ (ebenfalls V17) in der Schweiz beschrieb Wiederholer Sungsu Lee das Projekt schlicht als mentalen Kampf, bei dem sich die Reibungsverhältnisse am Fels täglich änderten. Selbst Kletterer wie Dayan Akhtar, die für „Return of the Sleepwalker“ (V17) nur sechs Einheiten benötigten, heben hervor, wie wichtig der mentale Zustand ist: Nach einem Abrutschen des Fußes im ersten Versuch des Tages fand er über eine neue innere Einstellung sofort den Fokus für den erfolgreichen nächsten Go.
Spitzenleistung bedeutet keineswegs, Züge mit unkontrollierter Kraft zu erzwingen. Seb Bouin betonte laut Gripped bei der Erstbegehung der Route „El Gran Cabrón“ (5.15b) in China, wie komplex die Sequenzen waren und wie viele Bewegungsabläufe man erst entschlüsseln musste. Die Crux-Stellen verlangten Zangengriffe und sehr physische Züge, funktionierten aber nur über ein genaues Verständnis der Körperposition. Die Route wurde später von dem 18-jährigen Wang Bingtang wiederholt.
Auch kleine Nachlässigkeiten in vermeintlich leichterem Gelände rächen sich sofort. Adam Ondra berichtete nach der Erstbegehung seines Boulders „Scettro“ (V14/15) in Val Daone, dass er den Ausstieg unterschätzt hatte. Weil er den Topout nicht vorab einstudiert hatte, musste er beim Versuch vom Boden loslassen und den Boulder erst im Folgeversuch abschließen, nachdem er die genaue Technik gelernt hatte. Sein Fazit: Unterschätze niemals scheinbar einfache Ausstiege.
Wie schnell hochkarätige Boulder fallen können, wenn die Technik sitzt, zeigt Anon Matsufuji: Sie kletterte „The Swarm“ (V13/14) in Kalifornien laut Gripped bereits im vierten Versuch, nachdem widriges Wetter ihren Start zunächst verzögert hatte.
Die Erfahrungen aus dem Spitzenbereich lassen sich direkt auf Kletter- und Boulderprojekte in jedem Schwierigkeitsgrad übertragen. Um an einer schweren Route erfolgreich zu sein, helfen folgende Ansätze:
Das nimmst du mit: Löse schwierige Kletterstellen nicht mit roher Kraft, sondern zerlege dein Projekt in präzise Teilbewegungen und plane jeden Zug bis zum letzten Griff.
Dieser Artikel wurde automatisch mit KI aus den genannten Quellen erstellt und nicht redaktionell geprüft.