Sekundenkampf und breite Reifen: Was wir von den Profis lernen können

Wie Tadej Pogačar durch Streckenkenntnis gewinnt, warum Wout van Aert bremst und welche neuen Aero-Laufräder für breite Gravel-Reifen in den Startlöchern stehen.

Im Radsport entscheiden oft winzige Nuancen über Sieg oder Niederlage. Das zeigte sich eindrucksvoll beim Auftaktzeitfahren der Vuelta a España in Monaco. Auf der extrem technischen, 9,4 Kilometer langen Strecke, die teilweise über den bekannten Formel-1-Kurs führte, sicherte sich Tadej Pogačar den Sieg mit einem hauchdünnen Vorsprung von gerade einmal 0,09 Sekunden vor Ethan Hayter. Laut Berichten von Cyclingnews und Velo by Outside war dies nicht einmal Pogačars knappster Erfolg – beim Tour de Suisse Zeitfahren trennten ihn nur 0,04 Sekunden von Mathieu van der Poel. Doch was steckt hinter solchen Millimeter-Entscheidungen, und welche Technik-Trends bewegen die Szene abseits der Rennstrecke?

Lokalkenntnis schlägt Risiko: Der Wert der Vorbereitung

Der extrem winklige Kurs in Monaco forderte den Fahrern alles ab. Wout van Aert, der sich im Vorfeld akribisch mit einer eigenen Simulation vorbereitet hatte, kritisierte die Strecke als grenzwertig technisch. Er entschied sich in den Kurven bewusst für weniger Risiko und belegte mit neun Sekunden Rückstand den achten Platz. Pogačar hingegen profitierte massiv von seiner Ortskenntnis, da er in Monaco wohnt. Er betonte, dass er die Straßen im Alltag ständig zu Fuß, mit dem Rad oder dem Auto nutzt. Dieses Wissen half ihm, die Bremspunkte perfekt zu setzen und im technisch anspruchsvollsten Abschnitt den entscheidenden Vorteil herauszufahren. Für das eigene Training zeigt das: Wer seine Hausrunde in- und auswendig kennt, fährt nicht nur sicherer, sondern auch effizienter durch Kurven und Abfahrten.

Breite Gravel-Reifen im Windkanal: Neue Aero-Ansätze

Nicht nur auf der Straße, auch im Gravel-Bereich wird an jedem Detail gefeilt. Auf der MADE Bike Show in Portland wurde ein noch unveröffentlichtes Laufrad von Hunt gesichtet, das ein aerodynamisches Problem bei sehr breiten Reifen löst. Wenn Reifen immer voluminöser werden (wie moderne 45-mm- oder 50-mm-Modelle), blähen sie sich oft breiter auf als die Felge selbst. Dadurch entsteht eine ungünstige Glühbirnen-Form, die den Luftstrom abreißen lässt. Hunt setzt bei dem neuen Modell auf eine Außenbreite von über 40 mm an der Front und eine Innenbreite von 27 mm, um den Übergang vom Reifen zur Felge aerodynamisch flach zu halten. Damit die Felge bei harten Steinschlägen nicht beschädigt wird, verbaut der Hersteller ein 9 mm breites Felgenhorn. Trotz dieser robusten Bauweise soll der Laufradsatz im Serienzustand nur rund 1300 Gramm wiegen.

Mehr Gänge und ultraleichter Stahl

Auch bei den Schaltungen deutet sich ein neuer Standard an. Beim Vuelta-Auftakt wurde an den Rädern des Teams Alpecin-Deceuninck eine neue Shimano Dura-Ace Gruppe (voraussichtlich R9300) mit 13 Ritzeln am Hinterrad gesichtet. Damit zieht Shimano mit Konkurrenten wie SRAM und Campagnolo gleich, die im Gravel- oder Road-Bereich bereits auf 13-fach-Systeme setzen. Für den Wechsel auf 13 Gänge wird laut ersten Einschätzungen allerdings ein neuer Freilaufkörper fällig. Shimano bleibt sich jedoch bei den Kurbeln treu und setzt weiterhin auf Aluminium statt Carbon.

Wer es noch klassischer mag, blickt auf den Trend zu ultraleichten Stahlrahmen. Der kolumbianische Hersteller Scarab präsentierte mit dem Modell "Serena" ein echtes Berg-Stahlrad, das durch speziell gezogene, dünnwandige Columbus-Rohre und 3D-gedruckte Ausfallenden in der Komplettrad-Variante nur zwischen 6,95 kg und 7,16 kg wiegt. Das zeigt: Auch traditionelle Materialien dringen dank moderner Fertigungsmethoden in die Gewichtsklassen moderner Carbon-Superbikes vor.

Das nimmst du mit: Präzise Streckenkenntnis und die richtige Linienwahl bringen auf technischen Abfahrten oft mehr Zeitersparnis als das letzte Gramm Gewicht am Rad.

Quellen

Dieser Artikel wurde automatisch mit KI aus den genannten Quellen erstellt und nicht redaktionell geprüft.