Mentale Stärke und Pacing: Was wir von den Radprofis lernen können

Ob schwere Verletzungen, öffentliche Kritik oder fehlende Frische: Die Profis der Vuelta und der Herbstklassiker zeigen, wie man gestärkt aus Krisen hervorgeht.

Radsport ist weit mehr als nur reine Beinkraft. Wenn wir uns die Ereignisse der Vuelta a España und der herbstlichen Klassiker ansehen, wird schnell klar: Die größten Schlachten werden oft im Kopf geschlagen. Ob es der Umgang mit schweren Verletzungen, die Bewältigung von öffentlicher Kritik oder das Akzeptieren eines schlechten Tages ist – die Profis liefern uns wertvolle Lektionen in Sachen mentaler Zähigkeit und taktischer Flexibilität.

Stehaufmännchen auf dem Podium: Der Umgang mit Rückschlägen

Die Vuelta bot eine Bühne für beeindruckende Comebacks. Allen voran Enric Mas vom Team Movistar. Mit 31 Jahren feierte der Spanier den Gesamtsieg bei seiner Heim-Rundfahrt – ein Erfolg, der nach Jahren voller Rückschläge und Kritik fast unerreichbar schien. Laut Berichten von Velo by Outside und der FAZ hatte Mas nach einem schweren Sturz bei der Tour de France 2025 mit einer Thrombophlebitis zu kämpfen, die operiert werden musste. Nach einem enttäuschenden Giro d'Italia fegte er sogar öffentliche Kritik seines Teamchefs Eusebio Unzué ein, der seine Leistung als ungenügend bezeichnete. Doch Mas ließ sich nicht entmutigen. Als der Führende Tadej Pogačar auf der achten Etappe stürzte und ausschied, übernahm Mas das Rote Trikot und verteidigte es zwölf Tage lang bis ins Ziel nach Granada. Seine Erkenntnis: „Eine Vuelta zu gewinnen, ohne zu leiden, ist unmöglich.“

Ein ähnliches Bild zeigte Primož Roglič (Red Bull-Bora-Hansgrohe). Nach einem schweren Trainingsunfall vor dem Rennen stand seine Teilnahme auf der Kippe. Statt Vorbereitung stand Rehabilitation auf dem Plan. Roglič verriet laut Cyclingnews, dass selbst das Anziehen der Socken in den ersten drei Wochen die größte Hürde war und er anfangs weder ans Sitzen noch ans Radfahren denken konnte. Dennoch kämpfte er sich von Tag zu Tag und belegte am Ende den zweiten Gesamtrang. Für ihn fühlte sich dieser zweite Platz wie ein Sieg an – ein Paradebeispiel dafür, wie man die eigenen Erwartungen an die Realität anpasst.

Auch Wout van Aert (Visma-Lease a Bike) bewies enorme mentale Stärke. Zwei Jahre nach seinem bitteren Sturz bei der Vuelta, bei dem er in Führung liegend aufgeben musste, kehrte er zurück. Er holte zwei Etappensiege, das Grüne Trikot und die Auszeichnung als kämpferischster Fahrer. Für ihn war es der Abschluss eines unvollendeten Kapitels und die Überwindung einer der größten Enttäuschungen seiner Karriere.

Pacing, Akzeptanz und taktisches Lernen am Berg

Nicht jeder Tag läuft perfekt, und genau das mussten auch die Stars bei den Grand Prix in Kanada erfahren. Remco Evenepoel, der kurz zuvor noch in Québec triumphiert hatte, musste sich beim GP de Montréal mit dem fünften Platz zufriedengeben. Laut Cyclingnews gab Evenepoel offen zu, dass ihm auf dem anspruchsvollen, ständig ansteigenden und abfallenden Kurs die nötige Frische und der Antritt fehlten. Statt jedoch zu verzweifeln, akzeptierte er die Situation, kämpfte sich durch und nutzte das Rennen als wertvolle Vorbereitung für die Weltmeisterschaften.

Der erst 19-jährige Paul Seixas (Decathlon CMA CGM) belegte in Montréal den zweiten Platz hinter Isaac del Toro. Er gab ehrlich zu, taktische Fehler gemacht zu haben, da er nicht im Windschatten seines Konkurrenten fuhr und zu viel Kraft an falschen Stellen verbrauchte. Seine Einstellung dazu ist vorbildlich für jeden Sportler: „Ich war hier, um Fehler zu machen, um zu sehen, wie es läuft.“ Er hielt bewusst einige taktische Karten für die Weltmeisterschaft zurück, um seinen Gegnern nicht alles zu verraten.

Was du für dein eigenes Training mitnehmen kannst

Die Profis zeigen uns, dass der Weg zum Erfolg selten geradlinig verläuft. Für dein eigenes Training auf dem Rennrad lassen sich daraus wichtige Prinzipien ableiten:

Am Ende ist es die Kombination aus mentaler Flexibilität und der Fähigkeit, Rückschläge als Teil des sportlichen Prozesses zu akzeptieren, die dich langfristig weiterbringt.

Das nimmst du mit: Rückschläge und schlechte Tage gehören zum Sport dazu – entscheidend ist, wie flexibel du im Kopf bleibst und was du daraus lernst.

Quellen

Dieser Artikel wurde automatisch mit KI aus den genannten Quellen erstellt und nicht redaktionell geprüft.